Diospyros (übersetzt “Frucht des Zeus”, oder “Götterfrucht”) ist eine Gattung, von der es weltweit zwischen 400 und 500 Arten gibt. Zu diesen Arten gehören auch die Diospyros Kaki (Kakipflaume), die Diospyros Lotus (Lotuspflaume)  und die Diospyros Virginiana (Amerikanische Dattelpflaume). Am bedeutendsten ist davon die Diospyros Kaki, eine der ältesten Kulturpflanzen, die in Asien schon seit über 2000 Jahren genutzt wird.

Da Leutenbach in einer Weinbaugegend liegt, was ja auf ein etwas wärmeres Klima hindeutet,  haben wir bei uns in unserem Lehrgarten auch Kakis gepflanzt. Begonnen haben wir im Jahr 2011 mit einer Kaki Vaniglia, bei der wir uns am Anfang Sorgen machten, aber im Jahr 2013 die ersten Früchte ernten konnten. Danach hatten wir jedes Jahr eine Ernte, was bei uns zum Entschluss führte weitere Kaki-Bäume anzupflanzen. Die richtigen Sorten auszuwählen ist nicht ganz einfach, deshalb haben wir unseren Freund Prof. Dr. Edgardo Giordani von der Universität Florenz kontaktiert. Edgardo ist einer der weltweit bekanntesten Fachleute für den Anbau von Kakis.  

Vaniglia 04062017-1 BkD

Unsere Erfahrungen für Sie

Wir empfehlen deshalb allen Kaki-Interessierten, wenn Sie in einer etwas kälteren, nicht sehr sonnigen Gegend wohnen, wägen Sie dieses Risiko gut ab. Die Verkäufer der Kakipflanzen versprechen sehr viel, ein ganz “Großer” (in der Schweiz beheimatet), von dem wir unsere Kaki Vaniglia über eine Baumschule bezogen, behauptet unter anderem, die Früchte der Kaki Vaniglia könnten bereits im Oktober reif vom Baum gegessen werden. Viele andere Verkäufer haben diesen Text wohl ohne Überprüfung übernommen, wir jedenfalls haben in den ersten 4 Erntejahren nur einmal, am 19. Oktober 2013, eine vollreife Kaki gehabt, die man direkt vom Baum essen konnte. Die anderen Früchte hatten alle noch einen hohen Tanningehalt, der für die Adstringenz verantwortlich ist und benötigten deshalb noch eine Nachreifungszeit bei mir im Haus, um sie ohne “Verziehen des Gesichtes” essen zu können.

Im Jahr 2018, mit einem sehr trockenen, warmen und sehr sonnigen “Sommer”, der bis Ende Oktober anhielt und noch vielen weiteren sonnigen Tagen im November mit Temperaturen von  bis zu 20° C, reiften bei uns einige wenige Früchte (6 Stück) bis zum 12. November voll aus.

In der Gegend von Neapel, wo die Kaki Vaniglia einst selektiert wurde und auch heute noch angebaut wird, erntet man sie ab Ende Oktober, Anfang November, das “Erntefenster” erstreckt sich bis Ende November. Jede Person, die während der Schulzeit, im Fach Erdkunde, den Unterricht aufmerksam verfolgt hat, müsste daher wissen, dass sich das dortige Klima wesentlich von unserem Klima in Deutschland unterscheidet und auch viel mehr sonnige Stunden anfallen.

Kakis brauchen, um am Baum vollständig ausreifen zu können, viele Sonnenstunden, die sie hier bei uns in Deutschland bis zum ersten Nachtfrost im Herbst aber normalerweise nicht bekommen. Vor dem ersten Nachfrost sollte man sie ernten und dann frostfrei im Haus nachreifen lassen, dies mussten wir selber im Jahr 2016 feststellen - Früchte die Frost abbekamen, veränderten ihre Farbe nach grau-schwarz, sahen unappetitlich aus und waren nicht mehr verwendbar. 

Wir hoffen hier, in unserer Weinbaugegend, deshalb noch auf einige weitere warme und sonnige Tage im November 2018, um möglichst viele vollreife Kaki Vaniglia ernten zu können.

Sehen Sie sich dazu bitte die Seite  Kaki Vaniglia 2018 bis .... an und machen Sie sich selber ein Bild .........

 

Auch im Bereich der Resistenz gegen kalte Temperaturen, Tipo soll zum Beispiel bis -16° C frostresistent sein, wird vollmundig viel versprochen. Wir haben in unserem Lehrgarten etwas anderes erlebt, als unsere, auf die Veredelungsunterlage Diospyros Lotus veredelte Kaki Tipo am 20. April 2017, bei einem Spätfrost mit Temperaturen bis -8° C, komplett erfroren ist.

Sollten Ihre Kaki bereits ausgetrieben haben und es werden Nachtfröste mit Temperaturen unter 0° C angekündigt, sollten Sie ihre Kakipflanze durch ein “Einpacken” mit einem Flies, wie es die Gärtner für den Anbau von Salat etc. verwenden, schützen. Starke Frosttemperaturen könnten sonst der Tod ihres Kakibaumes sein.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen etwas helfen können

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Chinebuli 2
Hiratanenashi 2

Unsere Kaki-Sorten

Edgardo empfahl uns die Sorte Hiratanenashi, da sie sehr frosthart sei, weitere frostharte Kakis gebe es von Züchtern in Bulgarien und der Slowakei, die er gerne für uns anfragen würde. Im Frühjahr 2016 haben wir dann in unserem Lehrgarten die empfohlene Kaki Hiratanenashi (diese und noch mehr brachte uns Alexander Dragotin aus Bulgarien mit) eine Kaki Tipo und eine von uns selber auf Diospyros Lotus veredelte Chinebuli gepflanzt. Die Kaki Chinebuli wird in Bulgarien  angebaut, soll frosthart und bei ausreichend Sonnenstunden bei der Ernte nicht mehr adstringierend sein. Das Reis dazu stammt ebenfalls von Alexander Dragotin. Wir sind gespannt, wie sich unsere Neuzugänge in unserem Lehrgarten entwickeln werden.

Wichtige Informationen zur Auswahl der richtigen Kakisorte

Kaki Vaniglia 19102013-15 BkD

Leider sind sie auf italienisch, doch mit einem guten Übersetzungsprogramm ist das heute kein Problem mehr 

Prof. Dr. Edgardo Giordani von der Universität Florenz hat uns einen Link auf die Datenbank der Universität Florenz geschickt. Dort sind, wissenschaftlich fundierte Beschreibungen von 100 verschiedenen Kaki-Sorten gepeichert und für Jeden einsehbar.

Vielen Dank an Prof. Dr. Edgardo Giordani

diese beiden Kategorien untergliedern sich wiederum in zwei weitere Gruppen (PV und PC)

Es gibt zwei Kategorien - adstringierende (A) und nicht adstringierende (NA) Kakis 

Gefahren für den Anbau von Kakis

Als ich vor Jahren bei Prof. Dr. Edgardo Giordani per email anfragte, ob er mir sagen könne, wer der Züchter der Sorte Vaniglia (Vainiglia) sei, erwähnte er in seiner Antwort auch, dass es schwer werden würde, in Deutschland Früchte von Kakibäumen ernten zu können. Spätfröste könnten die Austriebe und die Blütenansätze erfrieren lassen und somit eine Ernte verhindern. Er würde sich aber freuen, wenn es uns gelingen sollte, eine Ernte einfahren zu können. Sollte dies einmal der Fall sein, sollten wir ihm aber eine Nachricht zukommen lassen. 2013 war es dann so weit und er war erstaunt, dass dies so weit nördlich möglich war, wollte unbedingt die Koordinaten des Baumstandortes wissen, was wir ihm auch mitteilten.

2017 sollte sich seine Vorhersage bestätigen. Nach einem sehr warmen März, mit Temperatu- ren bis 25° C, kamen um den 20. April Nachtfröste mit Tiefsttemperaturen bis -8° C. Das hatte zur Folge, dass die bereits vorhandenen neuen Triebe erfroren.

Alle unsere Kakipflanzen schienen erfroren zu sein, doch im Juni trieben sie zum Teil aus den schlafenden Augen noch einmal neu aus. Vaniglia, Chinebuli, Hiratanenashi überlebten, während Tipo und Saijo komplett erfroren waren. Bei der Sorte Tipo kam es zu einem Neuaustrieb der Veredelungsunterlage.   

Leutenbach_Rems-Murr-Kreis1

Kakis

Wappen_Leutenbach_BW